Wenn Sie einen Cortado selber machen möchten, beginnen Sie mit ungefähr gleichen Teilen Espresso und warmer Milch. Das Verhältnis 1:1 ist ein verbreiteter Ausgangspunkt, aber keine überall verbindliche Rezeptvorgabe. Für zu Hause lässt sich die Mischung gut nach Gewicht dokumentieren: beispielsweise 36 g Espresso mit zunächst 36 g fein texturierter Milch. Probieren Sie den fertigen Cortado und passen Sie die Milchmenge anschließend an Ihren Geschmack an.
Wichtig ist, wie viel Milch tatsächlich in die Tasse gelangt. Die Ausgangsmenge in der Milchkanne, das Volumen nach dem Aufschäumen und die eingegossene Menge sind unterschiedliche Größen. Wer sie auseinanderhält, kann einen kleinen, ausgewogenen Cortado zuverlässiger wiederholen.
Was ist ein Cortado?
Ein Cortado ist Espresso mit einer kleinen Menge warmer Milch. Die Milch mildert den kräftigen Eindruck des Espressos, während der Kaffee deutlich erkennbar bleibt.
Die Bezeichnung stammt vom spanischen Wort „cortar“, also „schneiden“. Gemeint ist ein Espresso, dessen Intensität durch Milch abgemildert wird. Je nach Café unterscheiden sich Portionsgröße, Milchmenge und Schaumtextur.
Für die Zubereitung zu Hause ist deshalb eine klare Beschreibung hilfreicher als eine starre Definition: ein kleines Getränk mit ausgeprägtem Kaffeegeschmack, warmer Milch und wenig zusätzlichem Schaumvolumen.
Wie viel Milch gehört zum Espresso?
Orientieren Sie sich an der tatsächlichen Espressomenge, nicht allein an der Bezeichnung „ein Shot“. Ein einfacher und ein doppelter Espresso können unterschiedlich groß ausfallen. Auch bei gleicher Kaffeedosis lässt sich eine andere Ausgabemenge beziehen.
Die folgende Tabelle zeigt mögliche Startrezepte nach Gewicht. Die Zahlen sind praktische Beispiele, keine vorgeschriebenen Portionsgrößen.
| Espresso in der Tasse | Zunächst zugegebene warme Milch | Getränkegewicht ohne Tasse |
|---|---|---|
| 20 g | 20 g | 40 g |
| 30 g | 30 g | 60 g |
| 36 g | 36 g | 72 g |
| 40 g | 40 g | 80 g |
Schmeckt der Cortado für Sie zu milchig, geben Sie beim nächsten Versuch etwas weniger Milch hinzu. Ist der Espresso ausgewogen, das Getränk aber kräftiger als gewünscht, testen Sie etwas mehr Milch.
Verändern Sie dabei zunächst nur die Milchmenge. So erkennen Sie, ob die neue Balance besser zu Ihnen passt.
Warum 36 g Espresso nicht automatisch 36 ml sind
Die Crema enthält Gas und beeinflusst das sichtbare Volumen. Zwei Espressi mit demselben Gewicht können deshalb unterschiedlich hoch im Glas stehen. Auch aufgeschäumte Milch nimmt durch eingeschlossene Luft mehr Raum ein.
Ein Verhältnis von 1:1 nach Gewicht ist somit nicht exakt dasselbe wie 1:1 nach Volumen. Das gewichtsbasierte Rezept dient hier als leicht wiederholbare Methode für die Küche.
Notieren Sie beispielsweise „36 g Espresso + 36 g texturierte Milch“. Diese Angabe ist eindeutig. „Ein Espresso mit gleich viel Milch“ lässt dagegen offen, ob Sie die Crema, die Flüssigkeit oder die Füllhöhe vergleichen.
Bei der Meraki Espressomaschine hilft die integrierte Brühwaage, die Espressomenge festzuhalten. Für die anschließende Milchzugabe können Sie die Tasse auf einer geeigneten Küchen- oder Kaffeewaage wiegen.

Cortado-Rezept: Schritt für Schritt
1. Einen passenden Espresso vorbereiten
Verwenden Sie Bohnen, deren Geschmack Sie mögen, und eine Kaffeedosis, die zum Sieb passt. Für ein geeignetes Doppelsieb können beispielsweise 18 g gemahlener Kaffee und 36 g Espresso ein Ausgangsrezept sein.
Das ist das Brühverhältnis des Espressos. Es beschreibt noch nicht die Milchmenge des Cortados.
Probieren Sie einen kleinen Schluck vor der Milchzugabe. Ein deutlich spitzer, trockener oder unangenehm bitterer Espresso sollte zuerst angepasst werden. Mehr Milch ersetzt keine ausgewogene Extraktion.
Wenn der Bezug zu schnell oder zu langsam läuft, können Sie den Espresso-Mahlgrad schrittweise einstellen. Halten Sie dabei Dosis und Ausgabemenge möglichst konstant.
2. Kalte Milch in eine passende Kanne geben
Wählen Sie eine Milchkanne, in der sich die Dampfdüse mit der benötigten Milchmenge sinnvoll positionieren lässt. Beachten Sie die Füllgrenzen und Bedienhinweise Ihrer Ausstattung.
Die gewünschte Milchzugabe von beispielsweise 36 g kann zu wenig sein, um sie in einer großen Kanne zuverlässig zu texturieren. Bereiten Sie in diesem Fall eine geeignete Ausgangsmenge vor und gießen Sie nur die benötigte Portion ein.
Wenn Sie regelmäßig zwei Cortados zubereiten, können Sie die Milch für beide Getränke gemeinsam texturieren. Teilen Sie sie anschließend möglichst gleichmäßig auf und halten Sie die Textur durch Schwenken zusammen.
3. Wenig Luft einarbeiten und die Milch gleichmäßig bewegen
Für einen Cortado genügt eine geringe Volumenzunahme. Führen Sie zu Beginn kurz Luft ein und positionieren Sie die Dampfdüse anschließend so, dass die Milch gleichmäßig zirkuliert.
Das Ziel ist eine fließfähige, feinporige Textur. Eine hohe, trockene Schaumhaube verändert den Charakter des kleinen Getränks.
Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen erläutert, wie Milchbestandteile die eingeschlagenen Luftbläschen stabilisieren. Für Ihre Zubereitung bedeutet das: Milchwahl und Technik wirken zusammen; eine bestimmte Fettsorte allein garantiert keinen passenden Schaum.
4. Warm servieren, ohne unnötig stark zu erhitzen
Als erster Versuch kann bei Kuhmilch ein Endbereich von etwa 55 bis 60 °C dienen, wenn Sie einen direkt trinkbaren Cortado bevorzugen. Das ist eine praktische Geschmacksorientierung, keine verbindliche Cortado-Norm.
Bei Pflanzendrinks beachten Sie zusätzlich die Hinweise auf der Packung. Vergleichen Sie Ihre Versuche bei ähnlicher Trinktemperatur, statt einen sofort probierten Cortado mit einem bereits abgekühlten Getränk zu beurteilen.
Mit der Meraki Milchtemperaturmessung lässt sich die Erwärmung beobachten. Die Textur hängt weiterhin davon ab, wie Sie die Dampfdüse führen und Luft einarbeiten.
5. Die tatsächliche Milchzugabe messen
Wiegen Sie die Tasse mit dem fertigen Espresso. Geben Sie nach dem Schwenken der Milchkanne zunächst ungefähr dieselbe Masse texturierter Milch hinzu.
Beispiel: Eine Tasse mit Espresso wiegt 156 g. Nach einer Milchzugabe von 36 g soll die Waage 192 g anzeigen.
Die Differenz entspricht der zugegebenen texturierten Milch einschließlich des beim Dämpfen eingebrachten Wassers. Sie misst nicht die ursprüngliche kalte Milchmenge. Für ein wiederholbares Haushaltsrezept ist sie dennoch eine brauchbare Referenz.

Der häufigste Mengenfehler: Die ganze Milchkanne ausgießen
Sie haben ausreichend Milch zum Aufschäumen vorbereitet, möchten aber nur einen kleinen Cortado. Wenn Sie nun alles in die Tasse gießen, wird das Getränk deutlich milchiger als geplant.
Trennen Sie deshalb zwei Fragen:
- Wie viel Milch braucht meine Kanne für eine kontrollierbare Zubereitung?
- Wie viel dieser Milch soll in meinen Cortado?
Eine kleinere, zur Dampfdüse passende Kanne kann helfen, die Ausgangsmenge zu reduzieren. Wählen Sie sie nach der tatsächlichen Handhabung, nicht nur nach der gewünschten Getränkegröße.
Vermeiden Sie es, bereits erhitzte Milch wiederholt aufzuschäumen, um eine misslungene Textur zu korrigieren. Passen Sie beim nächsten Versuch die Ausgangsmenge oder Technik an.
Welche Milch eignet sich für Cortado?
Beginnen Sie mit der Milch, die Sie geschmacklich bevorzugen. Vollmilch kann einen volleren Eindruck vermitteln; fettärmere Milch verändert die Balance. Halten Sie Sorte und Marke während der ersten Rezepttests konstant.
Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt die Unterschiede zwischen Milchsorten und ihre Kennzeichnung. Neben dem Fettgehalt können Sie Wärmebehandlung, Zutaten und Nährwerte prüfen.
Der Deutsche Kaffeeverband nennt den Eiweißgehalt als wichtigen Faktor für Milchschaum. Ein hoher Fettgehalt ist daher nicht das einzige Auswahlkriterium.
Hafer-, Soja- und andere Pflanzendrinks können ebenfalls verwendet werden. Ihre Rezepturen unterscheiden sich jedoch. Eine Barista-Variante kann ein sinnvoller Versuch sein, ist aber keine Garantie für Ihren bevorzugten Geschmack.
Da der Cortado wenig Milch enthält, bleibt deren Eigenaroma relevant. Probieren Sie die Kombination, statt nur die Schaumhöhe zu vergleichen.
Cortado, Espresso macchiato oder Flat White?
| Getränk | Typischer Schwerpunkt | Was Sie beim Zubereiten beachten |
|---|---|---|
| Espresso macchiato | Espresso mit einer kleinen Milch- oder Schaumzugabe | Die Zugabe bleibt deutlich kleiner als beim hier beschriebenen Cortado-Rezept |
| Cortado | Kleines Getränk mit deutlich erkennbarem Espresso und warmer Milch | Mit ungefähr gleichen Teilen beginnen und wenig Schaumvolumen erzeugen |
| Flat White | Espresso mit fein texturierter Milch, häufig als größeres Getränk serviert | Portionsgröße und Milchmenge können sich mit Cortado-Rezepten überschneiden |
Die Grenzen unterscheiden sich zwischen Cafés. Wenn Sie ein Getränk nachbauen möchten, sind die tatsächlich verwendete Espressomenge, Milchzugabe und Textur aussagekräftiger als der Name allein.
So korrigieren Sie einen unausgewogenen Cortado
| Beobachtung | Zuerst prüfen | Nächster Versuch |
|---|---|---|
| Der Kaffee geht in der Milch unter | Tatsächliche Milchzugabe | Bei unverändertem Espresso etwas weniger Milch eingießen |
| Das Getränk schmeckt spitz oder dünn | Espresso vor der Milchzugabe | Extraktion prüfen, bevor Sie das Milchverhältnis verändern |
| Der Cortado wirkt trocken oder unangenehm bitter | Bohnen, Espresso-Rezept und Temperatur | Eine Ursache nach der anderen testen |
| Oben liegt viel Schaum, darunter wenig Flüssigkeit | Luftzugabe und Milchzirkulation | Kürzer belüften, gleichmäßig texturieren und vor dem Gießen schwenken |
| Gleiche Mengen schmecken jedes Mal anders | Espressofluss, Milchtextur und Trinktemperatur | Zubereitung und Vergleichsbedingungen vereinheitlichen |
Wenn Ihr Espresso zu sauer oder zu bitter schmeckt, behandeln Sie das zunächst als Frage der Kaffeebasis. Milch kann die Wahrnehmung verändern, ersetzt aber keine gezielte Rezeptanpassung.
Bei spritzendem oder stark ungleichmäßigem Bezug sollten Sie zusätzlich ungleichmäßigen Wasserfluss durch das Kaffeebett prüfen, bevor Sie immer feiner mahlen.
Häufige Fragen zum Cortado
Kann ich Cortado mit einem doppelten Espresso machen?
Ja. Orientieren Sie die Milchzugabe an der tatsächlichen Espressomenge. Ein doppelter Espresso ergibt bei gleichem Mischungsverhältnis eine größere Portion, nicht automatisch ein anderes Getränk.
Welche Tasse passt zu einem Cortado?
Wählen Sie ein kleines Glas oder eine kleine Tasse mit Platz für Espresso, Milch und etwas Luft im Schaum. Für das Beispiel aus 36 g Espresso und 36 g texturierter Milch kann ein Gefäß mit etwa 100 bis 120 ml Fassungsvermögen ein praktischer Ausgangspunkt sein. Die benötigte Größe hängt von Crema und Milchtextur ab.
Braucht Cortado Milchschaum?
Eine leichte, feinporige Textur ist für die hier beschriebene Variante passend. Eine dicke Schaumhaube ist nicht nötig. Sie können auch mit warmer, kaum belüfteter Milch beginnen, wenn Sie eine flüssigere Textur bevorzugen.
Enthält Cortado weniger Koffein als Espresso?
Wenn derselbe Espresso vollständig im Getränk bleibt, reduziert die Milch seine Koffeinmenge nicht. Sie verteilt ihn lediglich auf ein größeres Getränk.
Kann ich mit Meraki Espresso und Milch gleichzeitig zubereiten?
Die Meraki Espressomaschine verfügt über getrennte Brüh- und Dampfboiler und unterstützt beide Aufgaben gleichzeitig. Üben Sie zunächst die kleine Milchmenge und das Eingießen. Sobald der Ablauf sicher ist, können Sie die Arbeitsschritte kombinieren.
Halten Sie für Ihren nächsten Cortado drei Dinge fest: das Espressogewicht, die tatsächlich eingegossene Milchmenge und die gewünschte Textur. Damit haben Sie ein klares Ausgangsrezept, das Sie nach Geschmack in kleinen Schritten anpassen können.