NETZWELT hat die Meraki Gen 2 getestet und mit der Gesamtnote 2,3 („gut“) bewertet. Der am 1. November 2026 veröffentlichte Bericht von Valeria Pircher betrachtet Bedienung, Espressozubereitung, Milchschaum und Reinigung. Im Mittelpunkt steht eine praktische Frage: Wie viel Arbeit nimmt die Maschine bei der Zubereitung ab, und welche Entscheidungen bleiben beim Nutzer?
Was NETZWELT im Test hervorhebt
Zu den positiv bewerteten Punkten gehören die integrierten Waagen, konstante Temperaturbedingungen, automatisches Mahlen und Beziehen sowie der umfangreiche Lieferumfang. Besonders konkret wird der Bericht bei der Gewichtsmessung: Pircher überprüfte beide Waagen mit einer separaten Waage und bestätigte deren Genauigkeit.
Gleichzeitig macht die Bewertung deutlich, dass komfortable Bedienung und Espresso-Grundwissen unterschiedliche Dinge sind. Die Maschine unterstützt einzelne Arbeitsschritte, entscheidet aber nicht selbstständig, welche Einstellungen zum persönlichen Geschmack passen.
Die vollständige Bewertung findet ihr im NETZWELT-Test zur Meraki Gen 2. Zur Transparenz: Das Testgerät wurde von Meraki zur Verfügung gestellt, wie NETZWELT im Artikel offenlegt.
Integrierte Mühle und zwei Waagen verbinden die Arbeitsschritte
Die Meraki Espressomaschine verbindet eine integrierte Mühle, zwei Waagen und ein Dualboiler-System mit einer Touchscreen-Bedienung. Damit stehen wichtige Werkzeuge der Espressozubereitung innerhalb eines zusammenhängenden Arbeitsablaufs bereit.
Die beiden Waagen erfassen unterschiedliche Größen: die gemahlene Kaffeemenge und das Gewicht des Espressos in der Tasse. Damit werden sowohl die Kaffeedosis als auch die Getränkemenge messbar. Wer beide Werte kennt, kann das Brühverhältnis nachvollziehen und ein Rezept gezielter wiederholen.
Ein Beispiel: Aus 18 g Kaffeemehl entstehen 36 g Espresso. Das entspricht einem Brühverhältnis von 1:2 und kann als Ausgangspunkt dienen, ist aber keine Vorgabe für jede Bohne. Entscheidend bleibt, wie der Espresso schmeckt.
Für die Feinabstimmung könnt ihr zunächst Dosis und Getränkemenge gleich lassen und nur den Mahlgrad verändern. So lässt sich besser beurteilen, welche Wirkung diese Anpassung hat. Ändern sich dagegen mehrere Werte gleichzeitig, wird die Ursache eines anderen Geschmacks schwerer nachvollziehbar.

Ein gefundenes Rezept wiederholen und neue Bohnen einstellen
Ein gespeichertes oder notiertes Rezept schafft einen Ausgangspunkt für den nächsten Bezug. Es macht aus unterschiedlichen Bohnen jedoch nicht automatisch denselben Espresso. Eine andere Röstung kann eine neue Mahlgradeinstellung oder ein anderes Brühverhältnis sinnvoll machen.
Die Unterstützung beim Dosieren ersetzt deshalb nicht das Probieren und Nachjustieren. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer bequemeren Ausführung und einer vollständig automatischen geschmacklichen Entscheidung.
Aus Sicht der Meraki Redaktion ist ein einfacher Ablauf hilfreich: Rezept festhalten, Espresso probieren, eine Einstellung verändern und erneut vergleichen. Notiert dabei möglichst konkret, was ihr verändern möchtet – etwa eine spitze Säure, einen dünnen Körper oder einen unangenehm bitteren Nachgeschmack.
Espresso und Milch parallel zubereiten
Das Dualboiler-System ermöglicht, Espresso zu beziehen und gleichzeitig Milch aufzuschäumen. Wer Cappuccino oder Latte zubereitet, kann dadurch zwei Arbeitsschritte zeitlich verbinden, anstatt sie vollständig nacheinander auszuführen.
Beim Milchaufschäumen beschreibt NETZWELT die Temperatursteuerung als hilfreiche Unterstützung. Die gewünschte Milchtemperatur lässt sich einstellen; der Sensor erfasst die Temperatur und der Dampf stoppt beim Zielwert. Mit Übung gelang der Testerin feinporiger Milchschaum.
Die Temperaturkontrolle übernimmt jedoch nicht die gesamte Milchzubereitung. Ihr haltet das Kännchen, positioniert die Dampflanze und steuert über die Haltung, wie Luft eingebracht und die Milch bewegt wird. Auch das Eingießen und mögliche Latte-Art-Muster bleiben Handarbeit.
Für den Alltag bedeutet das: Die Temperatur ist ein unterstützter Messpunkt, während ihr die gewünschte Textur weiterhin durch eure Technik mitgestaltet.
Welche Anforderungen im Alltag bleiben
Zu den Kritikpunkten gehören die im NETZWELT-Test mit 78 dB(A) gemessene Mühle und die begrenzte Reinigungsautomatik. Der Geräuschwert beschreibt die Messung der Redaktion und sollte nicht als allgemeine Lautstärke für jeden Standort verstanden werden.
Bei der Reinigung unterscheidet der Bericht zwischen Anleitung und automatischer Ausführung: Die Maschine führt durch Reinigungsschritte, eine automatische Spülung der Dampflanze fehlt jedoch. Regelmäßige Pflege bleibt damit Teil des Arbeitsablaufs.
Prüft vor der Auswahl deshalb auch eure Gewohnheiten. Wann bereitet ihr Kaffee zu? Wie wichtig ist euch das Mahlgeräusch am Morgen? Und könnt ihr die Reinigung nach der Zubereitung zuverlässig in eure Routine einbauen?

Für wen das Konzept im Alltag passen kann
Aus Sicht der Meraki Redaktion passt das Konzept zu Menschen, die sich mit ihrer Espressozubereitung beschäftigen möchten und dabei Kaffeedosis und Getränkemenge innerhalb eines Systems kontrollieren wollen. Die integrierten Werkzeuge schaffen Bezugspunkte für eigene Rezepte, während Geschmack und Feinabstimmung persönliche Entscheidungen bleiben.
Wer dagegen erwartet, dass eine Maschine jede Bohne selbstständig geschmacklich beurteilt und ohne eigenes Zutun die passende Einstellung findet, sollte diese Erwartung vor dem Kauf prüfen.
Die entscheidende Frage ist, ob ihr Unterstützung bei der Ausführung sucht und die geschmacklichen Entscheidungen selbst mitgestalten möchtet. Überlegt dabei anhand eurer tatsächlichen Getränke: Espresso pur, ein Cappuccino am Morgen oder mehrere Milchgetränke hintereinander. So lässt sich der Funktionsumfang mit dem eigenen Alltag verbinden.