Beim täglichen Espressobezug sind an der Meraki Gen 2 vor allem der erweiterte Mahlbereich, die überarbeitete Aufnahme für kompatible 58-mm-Siebträger im E61-Format und das neue Duschsieb relevant. Sie betreffen das Einstellen einer Bohne, die Auswahl des Siebträgers und die Wasserverteilung über dem Kaffeemehl. Dualboiler, Rotationspumpe und integrierte Waagen gehören dagegen zur weitergeführten Basis des Systems.
Wie viel eine Änderung für Sie bedeutet, hängt von Ihrer Routine ab. Wer regelmäßig andere Röstungen ausprobiert, stellt andere Anforderungen als jemand, der jeden Morgen denselben Espresso zubereitet. Für den Vergleich hilft deshalb die Frage: An welcher Stelle meines Bezugs brauche ich tatsächlich mehr Spielraum?
Die Änderungen entlang eines Espressobezugs
| Bereich | Was Gen 2 verändert | Wann das im Alltag relevant wird |
|---|---|---|
| Mahlgrad einstellen | 45 Mahlstufen mit erweitertem Bereich | Wenn eine neue Bohne eine feinere oder gröbere Einstellung benötigt |
| Siebträger einsetzen | Überarbeitete Aufnahme für kompatible 58-mm-Siebträger im E61-Format | Bei der Auswahl eines zusätzlichen oder bereits vorhandenen Siebträgers |
| Wasser auf dem Puck verteilen | Überarbeitetes Duschsieb mit zweistufiger Verteilung | Bei der Benetzung des vorbereiteten Kaffeebetts |
| Einstellungen verstehen | Aktuelle Benutzeroberfläche unter anderem auf Deutsch | Wenn mehrere Personen die Maschine bedienen oder Fachbegriffe nachschlagen müssten |
Die offizielle Beschreibung der Gen-2-Weiterentwicklung nennt die Änderungen an Mahlwerk, Brühgruppe und Wasserverteilung. Für ihre praktische Einordnung lohnt es sich, jeden Punkt getrennt zu betrachten.
Beim Bohnenwechsel: mehr Einstellbereich am Mahlwerk
Gen 2 bietet insgesamt 45 Mahlstufen. Laut Produktankündigung wurden gegenüber der vorherigen Abstimmung zehn gröbere und fünf feinere Einstellungen ergänzt. Relevant ist damit zunächst der zusätzliche Bereich an beiden Enden der Skala.
Das kann helfen, wenn eine Bohne mit Ihrem bisherigen Ausgangspunkt zu schnell läuft oder der Bezug kaum vorankommt. Mehr Positionen bedeuten allerdings nicht automatisch, dass jeder Schritt innerhalb des bisherigen Bereichs kleiner geworden ist. Aus der Zahl der Mahlstufen allein lässt sich auch keine garantierte Geschmacksverbesserung ableiten.
Für den ersten Bezug mit einer neuen Packung wählen Sie eine zum Sieb passende Dosierung und eine Zielmenge in der Tasse. Halten Sie beide zunächst konstant und prüfen Sie, welche Mahlgradeinstellung einen nachvollziehbaren Durchfluss und einen passenden Geschmack ergibt.
Der Deutsche Kaffeeverband beschreibt den Einfluss des Mahlgrads auf Extraktion und Geschmack. Für Ihren Vergleich bedeutet das: Eine zusätzliche Einstellung ist dann hilfreich, wenn sie eine konkrete Anpassung ermöglicht. Sie muss nicht genutzt werden, solange das bestehende Rezept funktioniert.
Was passiert mit einer alten Mahlgradnummer?
Behandeln Sie eine notierte Einstellung aus einer anderen Maschine oder Generation als Referenz. Gleiche Zahlen auf unterschiedlichen Skalen bestätigen keinen identischen Mahlgrad.
Übernehmen Sie beim Wechsel deshalb zuerst die Bohne und Ihre bevorzugte Getränkemenge. Die Dosierung bleibt nur dann gleich, wenn sie zum verwendeten Sieb passt. Anschließend stellen Sie den Mahlgrad anhand des tatsächlichen Bezugs neu ein.
Wer das Zusammenspiel von Mühle und Maschine genauer beurteilen möchte, sollte auf die Abstimmung eines integrierten Mahlwerks auf Espresso achten: Einstellbereich, passende Portionierung und reproduzierbare Vorbereitung müssen zusammenpassen.

Beim Einspannen: Zubehör gezielt auf Passform prüfen
Die überarbeitete Brühgruppe erweitert die Möglichkeiten für kompatible 58-mm-Siebträger im E61-Format. Das ist insbesondere dann interessant, wenn Sie zwischen einem Siebträger mit Auslauf und einer bodenlosen Ausführung wechseln möchten.
Beim Zubehörkauf reicht die Angabe „58 mm“ dennoch nicht als alleinige Bestätigung. Die Verriegelung und die Geometrie müssen ebenfalls zur Brühgruppe passen. Meraki führt bei eigenen Siebträgern unterschiedliche Kompatibilitätsvarianten für Gen 1 und Gen 2.
Prüfen Sie bei einem bodenlosen Siebträger mit passender Gen-2-Kompatibilität daher die konkrete Variante. Bereits vorhandenes Zubehör sollte ebenfalls einzeln geprüft werden. Ein passendes Sieb bestätigt nicht automatisch, dass auch der gesamte Siebträger passt.
Praktisch ist eine einfache Prüfung vor dem Kauf:
- Ist die Kompatibilität mit Ihrer Maschinengeneration ausdrücklich angegeben?
- Passt das gewünschte Sieb zur vorgesehenen Dosierung?
- Bleibt ausreichend Platz für Ihre Tasse auf der Brühwaage?
- Erleichtert das Zubehör einen wiederkehrenden Arbeitsschritt?
Ein bodenloser Siebträger macht den Austritt unter dem Sieb sichtbar. Das kann beim Beobachten helfen. Er korrigiert jedoch weder eine ungleichmäßige Verteilung des Kaffeemehls noch ein unpassendes Rezept.
Während der Extraktion: Was das neue Duschsieb beitragen soll
Das Gen-2-Duschsieb nutzt eine zweistufige Wasserverteilung. Nach Herstellerbeschreibung wird der Zufluss zunächst verteilt und anschließend über das Kaffeebett geführt. Ziel ist eine gleichmäßigere Benetzung des vorbereiteten Pucks.
Der praktische Unterschied zu einer Bedienfunktion: Sie müssen diese Verteilung während des Bezugs nicht selbst steuern. Sie ist Teil des Wasserwegs.
Die Vorbereitung des Kaffeemehls bleibt trotzdem wichtig. Wasser kann bevorzugt durch weniger dichte Bereiche fließen. Achten Sie deshalb weiterhin auf gleichmäßiges Verteilen, gerades Tampen und eine Dosierung, die zum Sieb passt.
Eine unruhige Extraktion sollte nicht allein anhand des Duschsiebs beurteilt werden. Prüfen Sie auch, ob das Sieb sauber ist, die Portion vergleichbar vorbereitet wurde und der Mahlgrad zum Rezept passt. Die Pflege von Brühgruppe, Sieb und Siebträger gehört deshalb zur Beurteilung des täglichen Bezugs.
Für saubere Arbeitsflächen und Küchenutensilien gelten außerdem die allgemeinen Hinweise zur Küchen- und Lebensmittelhygiene. Reinigungsmittel, Rückspülen und das Entfernen einzelner Bauteile richten sich nach der Bedienungsanleitung.
Was bei Gen 2 zur bewährten Basis gehört
Die aktuelle Meraki Gen 2 verbindet die Weiterentwicklungen mit dem bestehenden System aus integriertem Mahlwerk, zwei Waagen, Dualboiler und Rotationspumpe. Diese Ausstattung erklärt einen großen Teil der täglichen Arbeitsweise, sollte aber nicht pauschal als neue Funktion der zweiten Generation bezeichnet werden.
- Die Waagen unterstützen beim Kontrollieren von Kaffeedosis und Espressoausgabe.
- Der Dualboiler ermöglicht parallelen Espresso- und Dampfbezug bei betriebsbereiten Systemen.
- Die Rotationspumpe gehört zur Druckbereitstellung für die Extraktion.
- Der Touchscreen bündelt Bedienung und Einstellungen.
Die aktuelle Oberfläche unterstützt unter anderem Deutsch. Für den Haushalt kann das die Verständigung über Einstellungen erleichtern. Welche Sprach- und Softwarefunktionen auf einer vorhandenen Maschine verfügbar sind, prüfen Sie anhand ihres Softwarestands und der offiziellen Hinweise.

So prüfen Sie die Relevanz mit Ihrem eigenen Kaffee
Ein aussagekräftiger Vergleich beginnt mit einem vertrauten Getränk. Wenn gleichzeitig Bohne, Sieb, Dosierung und Getränkemenge wechseln, lässt sich ein Unterschied kaum einer einzelnen Neuerung zuordnen.
Verwenden Sie nach Möglichkeit Bohnen aus derselben Packung und mahlen Sie jede Portion frisch. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt die Zubereitung mit frisch gemahlenen Kaffeebohnen. Achten Sie zudem auf vergleichbare Wasserbedingungen und darauf, dass beide Maschinen betriebsbereit sind.
Notieren Sie für einige Bezüge:
- Verwendetes Sieb und Kaffeedosis
- Mahlgradeinstellung auf der jeweiligen Maschine
- Espressomenge in der Tasse und Bezugszeit
- Geschmack sowie auffällige Unterschiede zwischen Wiederholungen
- Handgriffe, die einfacher oder umständlicher geworden sind
Vergleichen Sie anschließend, ob sich Ihr bevorzugtes Ergebnis zuverlässig erreichen lässt. Eine andere Bezugszeit oder eine neue Zahl auf der Mahlgradskala ist für sich genommen noch kein Vorteil.
Für wen sind die Änderungen besonders relevant?
Bei häufig wechselnden Bohnen verdient der erweiterte Mahlbereich besondere Aufmerksamkeit. Entscheidend ist, ob Sie damit die benötigten Einstellungen für Ihre bevorzugten Röstungen finden.
Bei vorhandenem oder geplantem Zubehör ist die Kompatibilität der Brühgruppe wichtig. Prüfen Sie die konkreten Teile, bevor Sie eine vollständige Übernahme Ihres bisherigen Sets einplanen.
Bei einem bereits zuverlässig laufenden Lieblingsrezept fällt der Unterschied möglicherweise kleiner aus. Beurteilen Sie einen Wechsel daran, welches bestehende Problem er für Sie löst.
Beim Einstieg in ein erstes Siebträgersystem zählt das Gesamtpaket: Können Sie ein Rezept einstellen, die Mengen nachvollziehen und die tägliche Vorbereitung sowie Reinigung gut in Ihren Alltag einbauen?
Die sinnvollste Frage zur Meraki Gen 2 lautet deshalb: Welche der Änderungen hilft bei den Bohnen, den Werkzeugen und dem Getränk, die ich tatsächlich jeden Tag verwende?